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Projektlerntag "Handeln, Erkunden, Entdecken (HEE)" in Mecklenburg-Vorpommern


Der wöchentliche Projektlerntag Handeln, Entdecken und Erkunden (HEE) ist ein Angebot für Schüler/innen im 7. Jahrgang an Regionalen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. HEE wurde im Schuljahr 2009/10 in einem Pilotprojekt mit drei Schulen Produktiven Lernens entwickelt und anschließend in einem zweijährigen Schulversuch erprobt und evaluiert. Die drei beteiligten Schulen waren:

  • BALTIC-Schule, Rostock,
  • Regionale Schule „Caspar David Friedrich“, Greifswald und
  • Regionale Schule „Werner-von-Siemens“, Schwerin,

 

Der Schulversuch zu diesem Projekt ist abgeschlossen und wichtige Ergebnisse wurden veröffentlicht:

Institut für Produktives Lernen in Europa (Hrsg.): „Handeln, Erkunden, Entdecken (HEE) im 7. Schuljahr“, 2012, ISBN 978-3-00-040796-3

Die Veröffentlichung basiert auf den jährlichen Evaluationen der drei Standorte. Diese Evaluationen finden Sie hier:

Evaluation des Schulversuchs "Handeln, Entdecken und Erkunden (HEE)" an der Baltic-Schule in Rostock...

Evaluation des Schulversuchs "Handeln, Entdecken und Erkunden (HEE)" an der Regionalen Schule "Caspar-David-Friedrich" in Greifswald...

Evaluation des Schulversuchs "Handeln, Entdecken und Erkunden (HEE)" an der Werner-von-Siemens-Schule in Schwerin...

 

 

Der Projektlerntag Handeln, Entdecken und Erkunden (HEE) wurde bereits während der Schulversuchsphase ausgeweitet, ab dem Schuljahr 2011/12 richteten vier weitere Schulen in einem Disseminationsprojekt ein solches Angebot für ihre Schüler/innen im 7. Jahrgang ein:

Claus-Jesup Schule, Förderzentrum, Wismar
» Evaluation des Schuljahres 2011/12

Regionale Schule "J. W. v. Goethe", Parchim
» Evaluation des Schuljahres 2011/12

Regionale Schule „Fritz Reuter“, Neubrandenburg
» Evaluation des Schuljahres 2011/12

Integrierte Gesamtschule „Erwin Fischer“, Greifswald
» Evaluation des Schuljahres 2011/12

 

Ab dem Schuljahr 2012/13 boten weitere Schulen einen Projektlerntag HEE an , z.B. Gymnasiales Schulzentrum Dömitz, Sonderpädagogisches Förderzentrum „Schule am Fernsehturm“ Schwerin, Regionale Schule Eggesin, Schulcampus Evershagen in Rostock und Schule an den Tannen in Demmin.

Das Ministerium veröffentlichte 2011 "Das Praxislernen - Ein innovativer Ansatz in der Schule. Eine pädagogische Handreichung für Lehrerinnen und Lehrer", die sich vor allem mit dem Praxislerntag HEE beschäftigt.

Der Schulversuch wurde aus Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie des Europäischen Sozialfonds gefördert.

 

Was ist HEE?

Der Projektlerntag hat den Anspruch, allen Schüler/inne/n der jeweiligen Schule in der 7. Jahrgangsstufe an einem Tag in der Woche ein lebens- und praxisnahes Lernangebot zu machen, das Bildung individualisiert, Wissen greifbar macht und Lernen für die Schüler/innen zu einer freudvollen Erfahrung werden lässt. Alle Schüler/innen der 7. Jahrgangsstufe nehmen wöchentlich an einem ganzen Schultag an einer HEE-Projektlerngruppe teil.

Die an HEE beteiligten Lehrer/innen bieten Projektlerngruppen an, die auf ihrer Einschätzung der Schülerinteressen, aber auch auf eigenen Interessen und Fähigkeiten beruhen. Die Schüler/innen wählen ein Projektangebot aus, an dem sie sich im kommenden Schuljahr beteiligen möchten. Die Projektlerngruppen bieten einen Tätigkeitskontext, so dass die teilnehmenden Schüler/innen von praktischen Erfahrungen ausgehend eine theoretische Reflexion beginnen können und auf diese Weise Wissen und Wissensnutzung erfahren.  

Basierend auf den Prinzipien und Methoden des Produktiven Lernens soll HEE den Jugendlichen ab dem 7. Jahrgang durch eine Stärkung von Selbstständigkeit und durch Tätigkeitserfahrungen eine erste berufliche Frühorientierung bieten. Die Tätigkeitserfahrungen bieten Anlass für Recherchen und Reflexionen der gewonnenen Erfahrungen und bringen dadurch Praxis und Theorie in einen Zusammenhang.

 

Ein Projektlerntag pro Woche – Bildungsmotor oder verlorene Zeit?

Die bestehenden HEE-Projektlerngruppen können auf eine breite Palette an Tätigkeitsprojekten aus unterschiedlichen Bereichen blicken, z. B. aus den Bereichen Gastronomie, Handwerk, Eventmanagement, Theaterproduktion, Internetradio, Natur und Umwelt, Stadtgeschichte/-erkundung. Im Zusammenhang von Tätigkeiten und Erfahrungen werden Kenntnisse in Mathematik, Deutsch, Englisch und Natur und Technik erworben oder aufgefrischt.

Die Bildungsqualität von HEE zeigt sich nach Einschätzung der Pädagog/inn/en vor allem in Form von Kompetenzen und Fähigkeiten, die die Jugendlichen durch ihre Teilnahme an HEE ausbauen können oder neu erlernen. Neben den praktischen Fertigkeiten sind das am häufigsten methodische Kompetenzen, die auch in anderen Unterrichtsfächern relevant werden, z. B. das Recherchieren zu einem Thema oder einer Fragestellung, das Filtern von Informationen, das Präsentieren von Themen und Inhalten auf Plakaten, in Vorträgen oder durch Multimedia-Präsentationen, das strukturierte Vorgehen und Planen bei einem Arbeitsauftrag oder auch die Einteilung der Arbeitszeit.

Auch die sozialen Fähigkeiten der Jugendlichen wachsen. Die Jugendlichen lernen insbesondere, miteinander zu kommunizieren, ihre Ideen einzubringen und für diese zu argumentieren. Sie entwickeln sich zu „Teamplayern“, die rücksichtsvoll miteinander umgehen und auf die Stärken und Schwächen der Teammitglieder achten. Sie werden zunehmend versierter im Geben und Nehmen von Feedback und können wertvolle und zielführende Hinweise für ihre Mitschüler/innen geben. Ebenso lernen sie, Ängste und Hemmungen zu überwinden, sei es beim Führen von Interviews, bei Telefonaten mit Kooperationspartner/inne/n oder beim Vorstellen von Produkten auf Messen vor Publikum. Dabei erwerben sie auch die Fähigkeit, der jeweiligen Situation angemessen zu sprechen und aufzutreten.

Durch das erhöhte Maß an Partizipation lernen die Schüler/innen Einfluss zu nehmen. Dabei lernen sie auch, ihre Lernbedürfnisse zu erkennen und zu formulieren, für sich Verantwortung zu übernehmen und dass sie selbst aktiv werden müssen, um etwas zu verändern.

 

Die Beteiligten – Schüler/innen, Pädagog/inn/en und Schulleiter/innen – sehen in HEE eine große Errungenschaft, die sie im Nachhinein wie folgt bewerten:

Schüler/innen:
„Ich habe im HEE Dinge gelernt, die ich später wirklich brauche.“
„Ich habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen.“
„Ich würde es noch weiter machen, weil es so viel Spaß macht.“
Pädagog/inn/en:
„Unterricht kann anders, viel praktischer angelegt sein. In kleineren Gruppen trauen sich die Schüler/innen mehr zu. Der Unterricht macht ihnen mehr Spaß, dadurch vergeht die Zeit wie im Fluge. Das Lehrer-Schüler-Verhältnis ist lockerer. Die Schüler/innen spüren deutlicher, dass sie bei der Gestaltung des Unterrichts einbezogen werden und mitbestimmen können. Es wird mehr miteinander gesprochen. Am Projektlerntag arbeiten sie mit viel größerem Interesse und sind viel aktiver. Sie haben ein besseres Verhältnis zu ihren Mitschüler/inne/n und gehen entspannter an die Lösung der Aufgaben. Die Mehrheit der Teilnehmer/innen vertritt die Auffassung, dass sie sich durch HEE weiterentwickelt hat. Die Schüler/innen haben mehr Selbstvertrauen entwickelt, können beispielsweise ungehemmter Vorträge vor einer Schülergruppe halten, vor Mitschüler/inne/n singen und sich darstellen und entwickelten ihre Computerkenntnisse weiter.“

Schulleiterin:
„Die Erfahrungen des Produktiven Lernens, das seit 2005 an unserer Schule etabliert ist, haben gezeigt, dass praxis- und handlungsorientiertes Lernen die Schüler/innen wieder neugierig machen, herausfordern und zum Lernen animieren kann. Also gab es kein Zögern, als es darum ging, gemeinsam mit zwei weiteren Schulen in Mecklenburg-Vorpommern zu (H)andeln, zu (E)rkunden und zu (E)ntdecken.

Aus heutiger Sicht, war es ein mutiger und wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um mit dem Schulversuch ‚HEE‘ neue Wege in der pädagogischen Arbeit an unserer Schule zu gehen und damit diese Lernform auch für andere Schulen in Mecklenburg-Vorpommern auszuprobieren. Nach nunmehr drei Jahren gehören die Angebote von ‚HEE – Handeln, Erkennen, Entdecken‘ zum Schulalltag an unserer Schule und sind aus diesem nicht mehr weg zu denken.“

 


Ansprechpartner/innen:

  • Daniel Guzmán
  • Friederike Bliss

 

Der Schulversuch wurde aus Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie des Europäischen Sozialfonds gefördert.

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